Kulmbach, 03.11.2018

Technisches Hilfswerk (THW) Kulmbach zuverlässiger Partner im Kulmbacher Modell

THW Kameradschaftsabend: Sabine Groß-Funke und Tobias Wolfrum ausgezeichnet.

Der diesjährige Kameradschaftsabend des Technischen Hilfswerks Kulmbach fand auf Einladung der Ortsverbandsführung am vergangenen Samstag im Saal der Kulmbacher Kommunbräu statt. Stellvertretender Ortsbeauftragter Norbert Groß in Vertretung des Ortsbeauftragten Christian Reinlein der sich für sechs Monate in Neuseeland aufhält, begrüßte die THW-Helferinnen und Helfer mit ihren Partnern sowie Gäste aus Politik und den befreundeten Hilfsorganisationen und Verbänden.

Norbert Groß bedankte sich auch im Namen des Ortsbeauftragten Christian Reinlein sowie  der stellvertretenden Ortsbeauftragten Jennifer Baumüller bei allen Aktiven für ihr großes Engagement und ihren Einsatz für das THW Kulmbach und für das THW überregional. „Rund 70 einsatzbefähigte Helferinnen und Helfer sind auch im deutschlandweiten Vergleich eine Größe die sich mehr als sehen lassen kann. Unsere Jugendarbeit im Ortsverband besitzt einen hohen Stellenwert und hat unter anderem das Ziel, aus den Kindern und Jugendlichen Einsatzkräfte für den Technischen Zug heran zu bilden. Diese Einsatzkräfte sind auch dringend nötig, wenn man bedenkt, dass wir 2018 rund 2300 Einsatzstunden, bei zirka 110 Einsätzen zu leisten hatten. Unser Technischer Zug ist nahezu doppelt zu seiner vorgesehenen Stärke besetzt. Das kommt nicht von ungefähr denn fundierte fachliche Ausbildung, Zusammenhalt in den Gruppen, engagierte Führungskräfte und überörtliche schulische Ausbildung sind ein Garant dafür Menschen in Not richtig helfen zu können“ berichtet Groß. Des Weiteren stand die Ehrung zweier sehr engagierter ehrenamtlicher Helfer an. Mit dem Helferzeichen in Gold wurde Tobias Wolfrum und mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz Sabine Groß-Funke geehrt. 

Das neue Rahmenkonzept und seine Umsetzung

„Die Umsetzung des Rahmenkonzeptes schreitet voran und wird konkreter“ berichtet Groß. Unter dem Rahmenkonzept ist die Neuausrichtung des THW im gesamten zu verstehen. Eine Häufung von Unwettern, mögliche terroristische Gefahren und Cyberangriffe zwingen das THW und andere Behörden sich anzupassen. Der Fokus verschiebt sich von der klassischen Bergungsgruppe wieder mehr auf spezielle Fähigkeiten. Notversorgung von kritischen Infrastrukturen, Aufbau eines Feldlagers oder Bevorratung und Logistik. „Hierzu wird bereits 2019 die zweite Bergungsgruppe im Technischen Zug in die Fachgruppe „N“ Notversorgung und Notinstandsetzung umgewandelt. Dazu gibt es mittelfristig eine neue Ausstattung. „Diese Fachgruppe N besteht aus Kraftfahrzeug, drei Anhängern, Boot, große Tauchpumpen, kleines Feldlager mit drei Zelten und Duschzelt sowie einen geländegängigen Stapler“ führt Groß aus.

Des Weiteren ist geplant, den in die Jahre gekommenen Zettelmeyer-Radlader noch in diesem Jahr durch einen neuen zu ersetzen.

Im Rahmen der Umsetzung des neuen Konzeptes soll die Fachgruppe „Schwere Bergung“ nach Kulmbach verlegt werden. „Unserer Meinung nach sind wir im Moment mit rund 70 einsatzbefähigten Helfern der einzige Ortsverband unserer Region, der noch eine zusätzliche Gruppe stemmen und vernünftig betreiben kann“ berichtet Groß weiter.

Markante Einsätze, Unterstützung 2019

Der Brand des Freizeitcenters in Kulmbach sowie die anschließende Unterstützung des Landeskriminalamtes, der Brand eines Transportbehälters an der Müllumladestation in Kulmbach und der Scheunenbrand in Hegnabrunn mit dem Ausleuchten und Beräumen der Einsatzstelle. Auch das Ausleuchten des Badesees in Trebgast bei der Suche nach einer vermissten Person sowie die unzähligen Autobahneinsätze bei Verkehrsunfällen sowie bei der Bierlasterkurve in Unterbrücklein forderte die Aktiven THW-Helfer.  

Auch verschiedene Veranstaltungen unterstützte das THW Kulmbach wie die Motoradsternfahrt, den Nützel Fun Run, das Bayern3 Dorffest sowie das Wanderevent „24 Stunden von Bayern“.

THW Mini- und Jugendgruppe

Die Mini-Gruppe im Ortsverband Kulmbach hat sich nach zweijährigen bestehen auf 40 Kinder zwischen sechs und neun Jahren eingependelt. „Dies zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, die Nachwuchsarbeit bei einem Alter von sechs Jahren zu beginnen um die künftigen Helferinnen und Helfer des THW Kulmbach aus den eigenen Reihen zu sichern. Hier gilt der besondere Dank den verantwortlichen Diana Wende und Martina Rupprecht für ihren Einsatz“ so Groß.

Auch die Jugendgruppe hält sich stabil auf dem Niveau der letzten Jahre. Rund 20 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren leisten ihren Dienst mit dem gleichen Engagement wie die Erwachsenen. Sie lernen hierdurch frühzeitig das THW kennen und was es heißt, sich ehrenamtlich zum Wohl der Allgemeinheit einzubringen und ein Teil der THW-Familie zu werden. Norbert Groß bedankte sich bei Jacqueline Baumüller und Lukas Theuer für die hervorragende Betreuung der Junghelfer. Zusammen mit der Minigruppe wurde 2018 bis jetzt die beachtliche Zahl von 6500 Stunden in der Jugendarbeit geleistet.

Bauaktivitäten im THW-Ortsverband Kulmbach 2019

Zum Bau der in der Planung befindlichen LKW-Garage gibt es zur Zeit noch keinen festen Termin. Der Jugendgruppenraum wird saniert sowie eine kindgerechte Toilette wurde bereits eingebaut. Der Ölabscheider am Waschplatz im Hof wird ersetzt und der Kanal erneuert. Als Bundesanstalt, mit dem Status einer Sicherheitsbehörde, wird der Zaun erneuert und der Zugang zum Gelände für Unbefugte deutlich erschwert.

Beschaffung unterschiedlicher Ausstattung

Durch eigenerwirtschaftete Mittel konnte ein neuer VW-Touran beschafft werden, der den 18 Jahre alten Audi A6 ersetzt. Zu den größeren Anschaffungen aus eigenen Mitteln gehören ein Stromerzeuger 13 KVA für die Noteinspeisung der Unterkunft bei Stromausfällen, ein LED-Beleuchtungssatz, zwei Übungspuppen, ein neuer Satz Schere-Spreizer sowie viele benötigten Kleingeräte für die Gruppen.

Als größtes Projekt des THW-Helfervereins konnte im Laufe des Jahres ein Bundeswehr-Anhänger für das Einsatzgerüstsystem (EGS) beschafft, saniert und umgebaut werden. Norbert Groß dankte Helfer Felix Erlmann der als Projektleiter für das Zerlegen, Sandstahlen, Lackieren bis hin zur Planung und Fertigung des Schwerlastregales verantwortlich war.

Ehrung verdienter Helferin und Helfer

Julia Merk von der THW-Regionalstelle Hof übernahm die Ehrung zweier verdienter Helfer. Tobias Wolfrum ist am 21.04.1994 in das THW Kulmbach eingetreten. In der Jugendgruppe war er über mehrere Jahre ein zuverlässiger Aktivposten. Nach seinem Übertritt zum aktiven Helfer absolvierte er die Grundausbildung erfolgreich und wurde der ersten Bergungsgruppe zugeordnet in der er bis heute sehr zuverlässig seinen Dienst nachgeht. In seinen rund 25- jährigen THW-Dienst besuchte er verschiedene Lehrgänge. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde ihm das THW-Helferzeichen in Gold überreicht.

Sabine Groß-Funke trat am 21.01.1993 dem THW Kulmbach bei. In der Jugendgruppe war sie bis zum Jahr 2000 ein großer Leistungsträger. Mit Abschluss der Grundausbildung und Übernahme in die Fachgruppe Räumen war für sie Weiterbildung immer ein Muss und besuchte viele Lehrgänge. Sie unterstützt immer noch bei fachtechnischen Themen die Jugendgruppe ihres Ortsverbandes und ist Kraftfahrerin. 2005 bekam Sabine Groß-Funke bereits das Helferzeichen in Gold. Für ihr überaus großes ehrenamtliches Engagement wurde sie jetzt mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz des THW-Präsidenten ausgezeichnet.  

Grußworte überbrachten Landrat Klaus-Peter Söllner, Oberbürgermeister Henry Schramm, Bernhard Nehring von der Feuerwehr Kulmbach sowie der Dienstellenleiter der PI Kulmbach Peter Hübner der auch die PI Stadtsteinach miteinschloss.

„Wir sind stolz auf unser THW. Wir wissen was wir an unserem THW haben. Alle die für Schutz, Sicherheit und Hilfeleistung stehen arbeiten bei uns im Landkreis Kulmbach hervorragend zusammen. Ein wesentlicher Mosaikstein in unserem Hilfeleistungssystem ist unser THW. Mein Dank gilt der starken Führungsmannshaft aber auch den Verantwortlichen in der Jugendarbeit diese auf einem hohen Niveau passiert“ so Landrat Klaus-Peter Söllner der auch in seinem Grußwort alle anwesenden Organisationen von BRK, MHD und DLRG mit einschloss. „Das THW hat für den Landkreis Kulmbach einen hohen Stellenwert und wir werden alles daransetzen, die beantragte Netzersatzanlage von 125 KVA zu realisieren. Investitionen in Sachen Katastrophenschutz sind unabdingbar und Unterstützung muss auch aus rechtlicher Sicht im gewissen Rahmen gewährleitstet werden“ so Söllner

Oberbürgermeister Henry Schramm betont in seinem Grußwort, jemanden anderen helfen zu können muss was ganz Besonderes sein und das wird im THW gelebt. Junge Menschen die im THW Aufgaben übernommen haben festigen diese Gesellschaft wobei sich die Frage immer wieder stellt, wo geht unsere Gesellschaft hin. „Ich bin dankbar, dass es so viele Menschen wie euch gibt. Unwetter, Starkregen und Wetterkapriolen sind Veränderungen und von heute auf Morgen nicht einfach umzudrehen. Voraussicht wird weiterhin euer Aufgabengebiet sein. Es ist schön, dass ich immer wieder bei euch sein darf“ betont Schramm.

Weitere Grußworte überbrachten der Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach Peter Hübner der Marco Gottesmann von der Polizeiinspektion Stadtsteinach mit einschloss sowie Bernhard Nehring von der Feuerwehr Kulmbach der die Grüße der Landkreisfeuerwehren überbrachte. Alle Redner bedankten sich für die langjährige sehr gute Zusammenarbeit sowie Verbundenheit mit dem THW Kulmbach.

Bild: Quelle THW

Von links nach rechts:

Stellv. Ortsbeauftragte Jennifer Baumüller, Julia Merk THW-Regionalstelle Hof, Erster Polizeihauptkommisar Peter Hübner, Landrat Klaus-Peter Söllner, Tobias Wolfrum, Oberbürgermeister Henry Schramm, Sabine Groß-Funke, stellv. Ortsbeauftragter Norbert Groß, Bernhard Nehring Feuerwehr Kulmbach.

 

Ronald Baumüller


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